Lloyd-Passage

Arbeitsgemeinschaft: Arbeitsgemeinschaft Lloyd-Passage

Rhode / Friedel Kellermann / Günter Wawrowsky / Harm Haslob / Peter Hartlich / Klaus Schütz / Horst Rosengart

Gebäudetyp: Einzelhandel   | Stadtteil: Mitte  | Baujahr: 1990  |
Straße: Lloydpassage/Große Hundestrasse  

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Zeichnung des ObjektesZeichnung des ObjektesZeichnung des ObjektesZeichnung des Objektes
Foto des Objektes

(Foto: Hannes v.d.Fecht)

vorhandene Unterlagen

Literatur -> Lloyd-Passage. Grosse Hundestrasse zu Bremen: Von der Handwerkerstrasse zur Einkaufs- u. Flanierstrasse | und weitere

Die Bezeichnung „Passage“ täuscht, denn es handelt sich hier nicht um einen glasüberdeckten Verbindungsgang zwischen belebten Straßen – so die gängige Definition –, sondern um die Überdachung der jahrhundertealten Großen Hundestraße. Diese wurde in einen glasgedeckten Raum verwandelt – in der visuellen Erscheinung nach dem Muster der Passagen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Eine solche Form der Straßenumwidmung war in Deutschland neu.
_Ursache für die Maßnahme, die von der 1984 gegründeten „Interessengemeinschaft Lloyd-Passage“ koordiniert wurde, war die Tatsache, dass die Bremer Innenstadt als Oberzentrum und Einkaufsstadt in den Achtzigerjahren gegenüber der Konkurrenz deutlich an Ausstrahlung verloren hatte. Es galt, durch neue attraktive „Erlebnisorte“ die Zahl innerstädtischer 1a-Lagen zu steigern.
_So wurde die Lloyd-Passage mit ihren charakteristischen Baumstützen zum Ausgangspunkt einer innerstädtischen „Attraktivierung“, die bis heute anhält.

O-Ton

Während der Einzelhandelsindex, der die Anziehungskraft einer Stadt ausdrückt, in Bremen 1967 noch 129 Punkte betrug, sank er bis 1986 auf 114 Punkte herab. Zur Erinnerung sei angefügt, daß der Normalwert bei Großstädten zwischen 140 und 150 Punkten liegt. Der Cityumsatzanteil vom gesamtbremischen Umsatz fiel dramatisch von 33% auf 25% im Zeitraum 1967 bis 1986.
_Diese ungesunde schleichende Auszehrung schaffte andererseits ein besonderes Überlebensgefühl, nämlich den unbeugsamen Willen zur Standortverteidigung und damit verbunden, sich zu Taten aufzuraffen – nämlich neue städtebauliche Akzente zu setzen und somit attraktivitätsgestärkt und erlebnisvermittelnd den Kunden in die City zurückzuholen. Etwa 600 Millionen DM werden bis 1992 – vorwiegend durch Bremer Kaufleute – in der City investiert und hierzu gehört auch die Lloyd-Passage.
(Hans-Hinrich Blumenberg, 1. Vorsitzender der „Interessengem. Lloyd-Passage")